Basiswissen Luftqualität & Innenraumluft

Was sind die Ursachen für Luftprobleme / Luftverschmutzung / Luftverunreinigungen in Wohnungen und Häusern? Was kann man dagegen unternehmen und wie lassen sich Schadstoffe in der Luft am besten vermeiden?

Quellen, die die Luft mit Gasen oder Partikeln verunreinigen sind die häufigsten Ursachen für eine verminderte Innenraumluft-Qualität. Unzureichende Belüftung kann die Schadstoffbelastung erhöhen da nicht ausreichend Frischluft zugeführt wird. Durch frische Außenluft KANN die verunreinigte Luft verdünnt oder mit der Zeit ausgetauscht werden. Hohe Temperaturen oder Feuchtigkeit KÖNNEN die Konzentration bestimmter Schadstoffe in der Luft erhöhen. In machen Industrieregionen ist die Luftverschmutzung in Innenräumen sogar 5x höher als im Freien.

Die Innenraumlufthygiene gewinnt immer mehr an Bedeutung. Eine Schätzung der EPA hat ergeben, dass wir ca. 90% unserer Ziet in Innenräumen verbringen. Genau mit diesem Umstand beschäftigt sich diese Webseite intensiv.

Zu den so genannten “Innenräumen” zählen unter anderem Wohn- Schlaf- Sport- Arbeits- und Kellerräume sowie Küchen und Badezimmer. Öffentliche Einrichtungen wie Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten, Seniorenheime, Kinos, Theater, Restaurants usw.

Das Informationsportal Luftico.de hat folgende Ziele:

  1. Expositionsquellen und Schadstoffen für die Innenraumluft aufzuzeigen.
  2. Mögliche Risiken und (Spät)Folgen für die menschliche Gesundheit zu erklären.
  3. Effektive Wege & Möglichkeiten beschreiben, gesundheitsgefähredende Risikofaktoren zu beseitigen oder auf ein erträgliches Minimum zu senken.

 

Hier auf der Startseite von luftico.de sollen grobe Einblicke zur Thematik Innenraumluftqualität gegeben werden. Details und weiterführende Informationen sind ausführlich auf den entsprechenden Unterseiten sauber aufbereitet.

gesundes Zuhause

Quellen für Luftprobleme / Verunreinigung der Luft

In jedem Haus gibt es zahlreiche Quellen zur Luftverschmutzung: Darunter fallen unter anderem Verbrennungsquellen wie Öl, Gas, Kerosin oder Holz. Ebenso können abfaulende oder vergammelnde Baumaterialien oder Einrichtungsstücke, asbesthaltige Isolierungen und auch nasse oder feuchte Teppiche die Raumluftqualität beeinträchtigen. Auch Artikel zur Haushaltsreinigung oder Pflege , Zentralheizungen oder Kühlsysteme können zur Luftverunreinigung führen. Externe (außerhalb des Hauses) Quellen wären beispielsweise Pestizide oder Radon die in einen Raum gelangen.

Die Exposition von Fremdstoffen oder Schadstoffen in der Luft wird anhand der Aufenthaltsdauer und der Konzentration der Schadstoffe gemessen: Ein falsch eingestellter Gasherd wird beispielsweise mehr Kohlenmonoxid verteilen als ein korrekt eingestelltes Gerät. Wenn man dann den ganzen Abend im betroffenen Raum verbringt ist die Exposiiton gravierender als ein kurzer Aufenthalt oder Durchgang durch das Zimmer. Man unterscheidet in der Regel zwischen physikalischen, biologischen und chemischen Faktoren. Psychologische Faktoren spielen nur eine “Nebenrolle” da diese nicht sehr häufig auftreten.

Die Beurteilung der Innenraumluft Qualität

Für eine möglichst genaue Messung empfehlen wir folgendes: Um die Qualität der Innenraumluft besser beurteilen zu können ist es ratsam, Probemessungen der Außenluft druchzuführen. Die Messwerte aus der näheren Umgebung können als Grundwerte dienen, um Rückschlüsse über die Innenraumluft zur Außenluft ziehen zu können.

Faktoren, die das Befinden in Innenräumen beeinflussen könnnen:
Nach der Aufstellung von Dr. Birger Hienzow

Physikalisch
Biologisch
Chemisch
Psychisch
LuftfeuchtigkeitBaktierienPartikelPsyche
LuftwechselPilzeSäubeIrritation
BeleuchtungBioeffluentienLuftfeuchte
SchallExkrementeDämpfe & Gase
TemparaturPollenAerosole
IonenBiozide
Gerüche

Andere Luft-Verschmutzer wie Baustoffe, Möbel oder andere Geräte wie beispielsweise Luft-Erfrischer setzen Schadstoffe mehr oder weniger kontinuierlich frei. Andere Quellen, die durch bestimmte Aktionen im Haus aktiv ausgeführt werden führen zur direkten und zeitweisen Verunreinigung der Luft.

Das beste Beispiel: Rauchen im Haus; Verwendung von ungesunden Putzmitteln oder ähnliches. Ein weiteres wäre zum Beispiel das Streichen der Wände mit ungeeigneter Farbe. Eine Fehlfunktion des Gasherdes oder die Verwendung ungesunder Lösungsmittel / Pflanzenschutzmittel. Zweitweise hohe Schadstoffkonzentrationen in geschlossenen Räumen können über sehr lange Zeit anhalten, auch nach der Beendigung der durchgeführten Aktivität! Die Anzahl der Schadstoffe in der Innenraumluft ist wahnsinnig groß. Hier ein kleiner Auszug an Schadstoffen und deren Emissionsquellen:

Schadstoffe
Häufige Emissionsquellen
AsbestBaumaterialien
FormaldehydMöbel oder Tabakrauch
IsocyanateLacke und Kleber
PyrethroideMottenschutzmittel
Radonregional bedingt
SchwebstaubTabakrauch, Heizungen
SO2 (Schwefeldioxid)Außenluft / Ofenheizungen
SchwermetalleLacke und Farben
StaubniederschlagDurch menschliche Aktivitäten: Rauchen, Heimerweken etc.
Stickstoffdioxid (NO2)Heizungen

Einfache und schnelle Abhilfe schaffen Lüftungsvorgänge

Wenn zu wenig Frischluft in geschlossene Räume zugeführt wird können Schadstoffe eine Konzentration erreichen, welche gesundheitsgefährdend sein kann. Zudem wird auch der „Wohlfühlfaktor“ durch stickige Luft beeinträchtigt. Hier hilft am besten immer direkt Lüften. Fenster und Türen öffnen und Außenluft in die bis dato geschlossenen Räume lassen.

Wie gelangt Frischluft in ein Haus?

Frischluft gelangt und verlässt ein Haus über folgende Wege:

  • Infiltration
  • natürliche Belüftung
  • mechanische Lüftung

Bei der Infiltration gelangt Frischluft von außen durch kleine Öffnungen, Fugen, Risse, Schlitze und Spalten in der Wand, im Boden, im Dach, an Türen oder Fenstern.

Der normale oder auch natürliche Lüftungsweg ist mit geöffneten Fenstern und Türen. In beiden Fällen gelangt die frische Außenluft durch Wind und Luft-Temperaturunterschiede in das Haus.

Dann gibt es noch die automatische / mechanische Luftaustauschvariante. Es gibt Anlagen die saugen verunreinigte Innenluft ab und filtern diese im Idealfall noch. Frische Außenluft wird punktuell an strategisch sinnvollen Punkten gefiltert eingeführt. Man spricht hier von der Luftwechselrate. Hier wird ermittelt, in welchem Verhältnis Außen mit Innenluft getauscht wird. Wenn wenig Infiltration, natürliche oder mechanische Lüftung stattfindet, ist die Luftaustauschrate entsprechend niedrig.

Alle 3 Varianten führen zu einer besseren Innenluftraumhygiene.

Luftverschmutzung und die Gesundheit

Die gesundheitlichen Schäden durch verschmutzte Luft treten häufig sofort und sehr zeitnah nach der Einatmung / dem Kontakt auf. Es können aber auch Spätfolgen noch Jahre nach einer dauerhaften Einatmung verunreinigter Luft auftreten. Oft werden diese Spätfolgen falsch oder gar nicht als solche erkannt. Die Bedeutung solcher Beschwerden und Krankheitsbilder werden neurdings auch als “Sick Building Syndrom” bezeichnet. Zu deutsch: “Gebäudekrankheit”.

Direkte Auswirkungen verunreinigter Luft

gesundheitliche AuswirkungenSofortige Auswirkungen können nach einer einmaligen oder wiederholten Exposition auftreten. Dazu gehören Augen / Nase Hals Reizungen, Kopfschmerzen, Schwindel oder Müdigkeit. Solche unmittelbaren Auswirkungen sind in der Regel schnell wieder verschwunden und behandelbar. Am besten natürlich durch die Vermeidung der verschmutzen Luft und das Entfernen der Quelle.

Die direkte Reaktion auf Schadstoffe in der Luft in Innenräumen hängt von diversen Faktoren ab. Alter und Vorerkrankungen spielen eine wichtige Rolle. Eine Nebenrolle haben individuelle Empfindlichkeiten auf bestimmte Stoffe. Entweder man reagiert auf eine Verschmutzung oder nicht (von gar nicht bis extrem). Es kann auch sein, dass man sich bei wiederholten Expositionen auf diverse biologische Schadstoffe sensibilisiert.

Die meisten direkten Auswirkungen auf die Gesundheit sind mit denen einer Grippe oder anderen viralen Krankheiten zu vergleichen. Daher ist oft nicht klar zu sagen, ob die gesundheitliche Beeinträchtigung wirklich von einer Luftverschmutzung kommt oder nicht. Daher sollte man sich am besten den Ort und die Zeit merken, bei der die Symptome auftreten. Ggf. kann man mit der Zeit ein Muster erkennen und Ursachen einer Luftvermutzung oder Verunreinigung in der gewohnten Umgebung identifizieren und eliminieren. Einige Effekte können durch zu wenig Frischluft von Außen, Kälte, Hitze oder Feuchtigkeit im Haus verstärkt werden.

Spätfolgen durch verdreckte und verunreinigte Luft

Andere gesundheitliche Auswirkungen können nach vielen Monaten oder Jahren auftreten, nachdem die Exposition stattgefunden hat. Mögliche Spätfolgen wären beispielsweise Atemwegserkrankungen, Herzkrankheiten oder in Einzelfällen Krebs. Diese Folgen sind ernst zu nehmen und können teils auch lebensgefährlich sein. Auch wenn man keine direkten Symptome oder langfristige Auswirkungen durch eine mindere Luftqualität spürt oder erkennt, sollte man doch stehts auf eine optimale Innenluft Qualität (ILQ) achten.

Viele Schadstoffe in der Innenluft sind für harmlosere gesundheitliche Auswirkungen verantwortlich. Jedoch gibt es verschiedenste Meinungen darüber, in welcher Konzentration und Expositionszeit diese doch harmlosen Stoffe gefährlich werden können. Ein Problem bei der Konkretisierung einer Aussage liegt auch darin, dass jeder Mensch anders auf verunreinigte Luft (in diversen Konzentrationen und Expositionszeiten) reagiert.

Atemschutz

Richtwerte & Grenzen

Inhalt Richtwerte und Grenzen folgt in Kürze.

Am Ende dieser Einführung ist eines jedoch sicher: Jeder sollte auf eine optimale Innenraum Luft Qualität (IRLQ) achten.